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Information der SWH Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft
Umgang mit Asbest im privaten Bereich

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Liebe Gartenfreunde, 

an jedem 1. Dienstag eines Monats von 16 bis 18 Uhr stehen ich Ihnen ab März 2016 für Ihre Fragen und Anregungen zu den Themen Fachberatung und Gartenwissen zur Verfügung. Ihr Anliegen, Name und Telefonnummer können Sie am Besten vorab in der Geschäftsstelle notieren lassen. Dann habe ich es leichter auf ausgefallene Themen einzugehen. Sie können aber auch gern spontan vorbeischauen, um auf drängende Fragen gemeinsam eine Antwort zu finden. 

Allen die es dann genauer wissen wollen, empfehle ich die Veranstaltungen des Stadtverbands der Gartenfreunds, die meist mit Praxisvorführung, von erfahrenen Dozenten und Fachkundigen durchgeführt werden. Detaillierte Themen- und Terminangaben sind ebenfalls dieser Seite zu entnehmen. 

Ihr Stadtfachberater
Constantin Neuß

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Riesen-Bärenklau

Sehr geehrte Verbands- und Vereinsmitglieder,
er ist auf dem Vormarsch – der Riesen-Bärenklau. 

Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt, ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Pflanze ist in Europa und Nordamerika ein Neophyt.

Der Riesen-Bärenklau bildet photosensibilisierende Substanzen namens Furanocumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln und schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen. Es wird deshalb empfohlen, beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen, zu der auch ein Gesichtsschutz gehört. 

Die Herkulesstaude wurde 2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

                                                                                               Merkmale
                                                                                              Erscheinungsbild

Der Riesen-Bärenklau ist eine oft bis zu 3 oder 4 Meter hohe krautige Pflanze mit sehr großen
Blüten-Doppeldolden. Die Pflanze ist in der Lage, innerhalb weniger Wochen eine derartige
Höhe auszubilden. Die größte bisher gemessene Pflanze erreichte eine Höhe von 3,65 Meter. 
Die mäßig dicht behaarten und meist purpurn gefleckten Stängel der Pflanze sind an der Basis
im Durchmesser 2 bis
10 Zentimeter dick. Sie besitzen oft zahlreiche große dunkle oder
weinrote Flecken.
Die Blätter des Riesen-Bärenklaus erreichen normalerweise eine Länge von 1 Meter, können
jedoch auch 3 Meter lang werden.
Die Blattspreite kann drei- oder fünf- bis neunteilig
fiederschnittig sein. Die seitlichen
Blattabschnitte können über einen Meter lang und mehr als 20 Zentimeter breit sein und sind
meist ebenfalls tief geteilt. 


Blüten und Samen 

Die sehr großen zentralen Blüten-Doppeldolden erreichen häufig einen Durchmesser von
 30 bis 50 Zentimetern. Sie sind 30- bis 150-strahlig. Die Dolden einer einzigen Pflanze können
bis zu 80.000
Einzelblüten enthalten und bis zu 15.000 Früchte (Doppelachänen mit jeweils
zwei Samen) ausbilden. Die äußeren Blüten sind einseitig, vom Zentrum nach außen hin vergrößert („strahlend“). Ihr Durchmesser
 beträgt 1 bis 2 Zentimeter. Der Durchmesser der Blüten im Inneren der Dolden dagegen beträgt nur 4 bis 8 Millimeter.
Die Blütenfarbe ist weiß; die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli.
Kommt sie nicht zur Blüte, kann die Pflanze mehrere Jahre leben. Aufgrund der hohen Zahl von Samen ist der Riesen-Bärenklau
eine Pflanze mit ausgeprägter Ausbreitungsfähigkeit. Ihre Samen bleiben zudem über mehrere Jahre hinweg keimfähig.
 

Wuchseigenschaften 

Die Samen des Riesen-Bärenklau keimen sehr früh im Jahr aus. Abhängig vom Mikroklima des jeweiligen Standorts kann das bereits
Anfang bis Mitte Februar geschehen. Zusammen mit dem starken Wachstum der Pflanzen hat der Riesen-Bärenklau damit
gegenüber konkurrierenden Pflanzenarten einen wesentlichen Vorteil. Einjährige Pflanzen erreichen zu Beginn des Monats Mai,
wenn die meisten in Mitteleuropa heimischen Pflanzen noch kein stärkeres Längenwachstum aufweisen, bereits eine Höhe von
bis zu einem Meter. Die großen Blätter verschatten die übrige Vegetation und behindern damit deren Entwicklung.
Ende Juni können ausgewachsene zweitjährige Pflanzen bereits eine Höhe von 3,2 m erreicht haben.

Standortansprüche

Der Riesen-Bärenklau zählt zu den stickstoffliebenden Pflanzen, stellt ansonsten aber wenig Ansprüche an den Boden.
Lediglich mit sehr sauren Böden kommt er nicht zurecht. Selbst wenn der Samen keimt, sterben Keimlinge in stark saurem
Milieu innerhalb weniger Wochen wieder ab. Zur Bildung von Dolden und damit von
Diasporen kommt es nur an sonnigen
Standorten. Pflanzen an Standorten mit wenig Sonnenbestrahlung können allerdings mehrere Jahre überleben,
ohne zur Blüte zu gelangen.

Vorkommen

Natürliches Verbreitungsgebiet

 

Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wird daher auch als Kaukasischer Bärenklau bezeichnet. Sie ist in Gärten,
Parks, an Straßenrändern, in Bach- und Flusstälern sowie auf Brachen anzutreffen und kann dort die heimische Vegetation
verdrängen. Sie besitzt dekorative Fruchtstände, die oft als Zierde verwendet werden. Die reifen Dolden werden
zu diesem Zweck transportiert, wodurch der Mensch zur Ausbreitung beiträgt.

 

Ausbreitungsmechanismus

Wind- und Schwimmausbreitung


Der Riesen-Bärenklau breitet seine Samen überwiegend durch den Wind aus. Die Ausbreitungsdistanzen, die dabei von der
Mutterpflanze ausgehend überwunden werden, betragen bis zu 180 Meter leewärts. Die Fähigkeit der Pflanze, schnell große
Flächen zu besiedeln, ergibt sich auch aus der Schwimmfähigkeit der Samen von bis zu drei Tagen. Samen einer Pflanze,
die am Rand eines Gewässers steht, können so große Distanzen zurücklegen.

 

Bekämpfung des Riesen-Bärenklau
 

Bei den Bekämpfungsmaßnahmen wird zwischen großflächigen Beständen und Einzelpflanzen bzw. kleinflächigen Beständen
unterschieden. Großflächiger Riesenbärenklaubestand kann mit Pflanzenschutzmitteln, auf geeigneten Flächen auch
durch mehrfaches Mähen und Mulchen, Fräsen oder durch die Beweidung mit Kühen, Schafen und Ziegen bekämpft werden.
Die Bekämpfung erfolgt im niedrigen Bestand spätestens im April, wobei im Falle der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln
ein Sachkundenachweis sowie eine
naturschutzbehördliche Ausnahmegenehmigung erforderlich sein können. In den Folgejahren
genügt eine Nachkontrolle und ggf. eine mechanische Bodenbearbeitung.

Zur Bekämpfung von Einzelpflanzen und kleinen Beständen im Vorfrühling und Frühling genügt einfaches Abschneiden nicht.
Da die Pflanze durch Schnittmaßnahmen ruhende Knospen im oberen Teil der Wurzel austreiben lässt, hilft nur das Ausgraben
bzw. Abstechen der Wurzel 15 cm unter der Oberfläche. Auch später im Jahr können dann weitere Jungpflanzen keimen,
so dass eine regelmäßige Nachkontrolle und gegebenenfalls Bekämpfung bis September notwendig wird. Die zahlreichen
neuen Keimpflanzen – mit rundlichen, ganzrandigen Blättern – müssen auch in den folgenden Jahren beseitigt werden.

Wenig sinnvoll erscheint die Entfernung von Blütendolden, also von Haupt- und Nebenblüten, da die Pflanze genügend Reserven
besitzt, um erneut Blüten zu bilden. Sie treibt auch im Folgejahr wieder aus.

Guten Erfolg zeigt das Abschneiden der Samenstände im Sommer. Das Abschneiden des Samenstandes sollte erfolgen, wenn
die Mitteldolde bereits grüne (schwere) Früchte ausgebildet hat (etwa ab Mitte Juli), aber bevor die Früchte erste braune Streifen
zeigen und auszufallen beginnen. Die samentragenden Dolden werden so hoch wie möglich abgeschlagen.
Diese Fruchtstände müssen unbedingt vollständig entfernt werden und dürfen nicht in den Kompost gelangen.
Sie werden zum Beispiel in reißfesten Kunststoffsäcken abtransportiert, über den Restmüll entsorgt oder verbrannt.
Die Mutterpflanze kann stehen bleiben und stirbt im folgenden Winter ab. Diese Maßnahme gelingt, wenn der Standort in den
Folgejahren kontrolliert und sie bei Bedarf wiederholt wird.

Zur Beseitigung – selbst in kleinem Rahmen – sind Schutzkleidung, Schutzbrille und ggf. Atemschutz erforderlich.
Als Vorsichtsmaßnahme sollte in hohen Beständen eine Astsäge mit langem Stiel verwendet werden, um Verletzungen

durch Nesselhaare der stürzenden Pflanze zu vermeiden. Das Arbeiten bei bedecktem Himmel ist empfehlenswert.
Die örtliche
Naturschutzbehörde erteilt Rat, sorgt für die Beseitigung auf öffentlichen Flächen und unterstützt in einigen Gemeinden
auch in Privatgärten. Die Beseitigung sollte mit Vorsicht, Sorgfalt und Sachkunde erfolgen, so dass sichergestellt ist, dass es sich
um Riesen-Bärenklau handelt und nicht versehentlich andere Pflanzen, z. B.
Engelwurz, zerstört werden. 

 

Gesundheitliche Schädigungen durch den Riesen-Bärenklau

Gesundheitliche Risiken

Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

In der gesamten Pflanze (auch im Wurzelsystem) sind photosensibilisierende Furanocumarine enthalten, die nach
Hautkontakt bei anschließender Bestrahlung durch Sonnenlicht
phototoxische Reaktionen hervorrufen. Bei empfindlichen Menschen
genügt bereits ein einfacher Kontakt mit der Oberfläche der Blätter. Die Reaktionen zeigen sich in Rötungen, Hautentzündungen,
Reizungen und in schlimmen Fällen in einer
Wiesengräserdermatitis, die sich mit entzündlichen, schmerzhaften Blasenbildungen
äußert. Diese können großflächig sein und
Verbrennungen ersten bis zweiten Grades hervorrufen. Die Hautreizungen beziehungsweise
Blasen können wochenlang anhaltende nässende Wunden verursachen und mit anhaltenden
Pigmentveränderungen einhergehen.
Auch
Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks können die Folge des Umgangs mit der Pflanze sein.
 

Unter Umständen können Reaktionen auch wenige Tage später durch dann auf die betroffene Haut einstrahlendes Sonnenlicht
ausgelöst werden. An heißen Tagen werden zudem die Furanocumarine von der Pflanze an die Umgebung abgegeben, und es kann
bereits bei einem längeren Aufenthalt unmittelbar neben den Pflanzen zu den oben beschriebenen Erscheinungen oder auch zu

Atemnot kommen. Ausgasende Furanocumarine können eine (bis zu drei Wochen anhaltende) akute Bronchitis verursachen.

Bei Arbeiten mit dem Rasentrimmer oder beim Abhacken der Pflanze kann der Pflanzensaft auch durch die Kleidung hindurch
Schwierigkeiten bereiten.

Nach Kontakt mit Teilen der Pflanze kann es hilfreich sein, schattige Orte aufzusuchen und die betroffenen Kontaktstellen mit
Wasser und Seife zu reinigen. Es ist zu empfehlen, nach einem Hautkontakt mit der Pflanze einen Arzt aufzusuchen.
 

Besondere Gefährdung von Kindern                                                                        

Problematisch ist beim Riesen-Bärenklau insbesondere, dass Kinder versucht sind, mit
diesen auffälligen und attraktiven Pflanzen  zu spielen. Wie verführerisch die Pflanzen als
Spielzeug sind, zeigen einige Vergiftungsfälle, bei denen Kinder anschließend stationär
im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Kinder hatten zuvor die Stängel als
Schwerter
in
Ritterspielen verwendet, sie als Blasrohr benutzt oder sich zwischen den Blättern versteckt. 

Auch andere, kleinere Bärenklau-Arten wie der in Deutschland einheimische und sehr
häufige
Wiesen-Bärenklau  oder der Berg-Bärenklau können Photodermatitis auslösen.
Häufig finden sich zahlreiche Pflanzen auch auf Wegrändern und begrünten Verkehrsinseln,
so dass auch hier eine akute Gefahr der Berührung besteht. Die Giftigkeit des Riesen-Bärenklaus ist im Vergleich zu diesen Pflanzen jedoch deutlich höher.

 

 

 

 

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! Die Giftigkeit des Riesen-Bärenklaus ist als sehr hoch einzuschätzen! 

Quelle: Auszüge aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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