Picturesque park scene with a forked path and signpost, inviting exploration.

Wenn besondere Zeiten besondere Schritte erfordern

Das Kleingartenwesen lebt von Gemeinschaft, Vertrauen und verlässlichen Strukturen. Vereine, Stadt- und Kreisverbände, Landesverbände und der Bundesverband bilden seit vielen Jahren ein starkes Netzwerk, das die Interessen der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner vertreten und unsere Anlagen schützen soll.

Diese Strukturen sind wichtig. Sie geben Orientierung, schaffen Austausch, ermöglichen Schulungen und sorgen dafür, dass Informationen dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Vereinen und den Menschen vor Ort.

Doch manchmal geraten Strukturen ins Stocken. Manchmal kommen wichtige Informationen nicht weiter. Schulungsangebote erreichen die Verbände nicht. Unterstützung bleibt aus oder die Verbindung zu wichtigen fachlichen Angeboten geht verloren. In solchen Momenten darf ein Verband nicht einfach stehen bleiben und abwarten.

Denn Verantwortung bedeutet, handlungsfähig zu bleiben.

Wenn ein Stadtverband die Aufgabe hat, seine Vereine zu begleiten, die Interessen der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner zu vertreten und eine ordnungsgemäße kleingärtnerische Arbeit zu sichern, dann muss er auch dafür sorgen, dass Fachwissen, Schulungen und aktuelle Informationen verfügbar bleiben. Das ist keine Frage von Bequemlichkeit, sondern eine Frage der Verantwortung.

Deshalb können manchmal auch ungewöhnliche Schritte notwendig sein.

Ein direkter Weg ist kein Zeichen von Abkehr, sondern ein Zeichen von Fürsorge und Weitsicht. Es geht nicht darum, Gräben aufzureißen oder bewährte Strukturen leichtfertig infrage zu stellen. Es geht darum, sicherzustellen, dass die Vereine vor Ort weiterhin gut informiert, geschult und unterstützt werden.

Gerade im Kleingartenwesen ist Wissen wichtig. Vorstände müssen ihre Aufgaben kennen. Fachberaterinnen und Fachberater brauchen aktuelle Informationen. Vereine benötigen verlässliche Ansprechpartner. Pächterinnen und Pächter erwarten, dass ihr Verband handlungsfähig bleibt und die Interessen der Gemeinschaft wahrt.

Wenn der bisherige Weg diese Aufgaben vorübergehend nicht erfüllt, dann ist es richtig, nach Lösungen zu suchen. Nicht gegen jemanden, sondern für die Vereine. Nicht aus Trotz, sondern aus Verantwortung. Nicht als endgültige Trennung, sondern als notwendiger Schritt, um die Arbeitsfähigkeit zu sichern.

Dabei bleibt das Ziel unverändert: der Schutz und die Förderung des Kleingartenwesens.

Unsere Kleingärten sind mehr als Parzellen mit Lauben. Sie sind Orte der Erholung, der Natur, der Begegnung und des sozialen Miteinanders. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Städte, für das Klima, für Artenvielfalt und für den Zusammenhalt der Menschen.

Umso wichtiger ist es, dass die Organisation dahinter funktioniert. Informationen müssen fließen. Schulungen müssen erreichbar sein. Fachliche Unterstützung muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird. Wenn das nicht geschieht, braucht es Mut, neue Wege zu gehen.

Manchmal bedeutet Verantwortung, an bewährten Wegen festzuhalten. Manchmal bedeutet Verantwortung aber auch neue Weg einzuschlagen, damit das Wesentliche erhalten bleibt.

Denn am Ende zählt nicht, welcher Weg gewählt wurde, sondern ob er den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern dient.

Und genau darum geht es: um unsere Vereine, unsere Mitglieder, unsere Anlagen und die Zukunft des Kleingartenwesens.

Andreas Klemmstein

Vorsitzender

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